Michi Frey wurde dieses Jahr neu zum FIFA Beach Soccer Schiedsrichter befördert und wird neben Christian Zimmermann und Roman Walder der dritte aktive Schiedsrichter sein, welcher für den SFV internationale Beach Soccer Spiele leiten wird. Michi ist seit 2006 ein überaus geschätzter Spielleiter der höchsten Swiss Beach Soccer Liga. Nun kann er seine Qualitäten auch auf dem internationalen Parket zum besten geben.
Hier eineige Fragen an Michi:
Seit wann bist du Beachsoccer-Schiedsrichter und wie entwickelte sich diese Tätigkeit?
Als ich vor fast vier Jahren am Beachsoccer-Schiedsrichterkurs teilgenommen habe, fristete diese Sportart noch ein Dasein als Mauerblümchen. Uns Schiedsrichter konnte man an einer Hand abzählen und Einsätze waren auch nicht sehr zahlreich. Doch so wie sich das Beachsoccer entwickelt hat, insbesondere dank der erfolgreichen Leistung der Nationalmannschaft mit ihren schillernden Persönlichkeiten und dem Ausbau der nationalen Liga, wurde auch das Schiedsrichterwesen ausgebaut. Mittlerweile wurden zahlreiche Neu-Schiedsrichter gewonnen, die Ausbildung intensiviert und mehr Spiele sind zu leiten. Diese Entwicklung ist natürlich hocherfreulich für den Sport, hat allerdings auch zur Folge, dass viel höhere Anforderungen an uns Schiedsrichter gestellt werden.
Wieso gerade Beachsoccer?
Im Rasenfussball ist man beinahe das ganze Jahr unterwegs, nimmt lange Reisen auf sich und verbringt fast jedes Wochenende als Schiedsrichter auf dem Fussballfeld. Und je höher die Liga wird, desto höher werden die Anforderungen. Beachsoccer lässt sich ideal mit meinem anderen Hobby, dem Fussballspielen, vereinbaren und lässt mir auch noch genügen Zeit für meinen Beruf und das Doktorat.
Was fasziniert dich überhaupt an der Schiedsrichterei?
Als Schiedsrichter ist man mit ganz verschiedenen Situationen konfrontiert: Im Idealfall läuft es beiden Mannschaften gut, es gelingen ihnen zahlreiche Aktionen, viele schöne Tore fallen, das Spiel ist intensiv aber fair. Gibt es dann noch kaum heikle Szenen im Strafraum, keine Tor/Nicht-Tor-Entscheide, keine gelben Karten, gerät man nach Spielende kaum in Kritik. Tiptop, alle sind zufrieden. Die Arbeit als "Dienstleister am Fussball" wurde ausgeführt.
Doch die Zunahme der Spiele und deren Intensität – egal auf welcher Stufe – geht gezwungenermassen mit mehr Spielen einher, die leider nicht ganz so problemlos verlaufen wie gewünscht. Spiele werden schneller, die Entscheide werden schwieriger, die Spieler nervöser und damit die Kritik am Schiedsrichter lauter. Genau in solchen Situationen wird der Schiedsrichter gefordert und volle Konzentration ist gefragt. Bei einem umstrittenen Entscheid wird eine der beiden Mannschaften nicht erfreut sein, damit hat der Schiedsrichter zu leben. Umso wichtiger ist es, dass man von der Richtigkeit seines Entscheids überzeugt ist. Diese Spiele sind zwar nicht immer angenehm, verlangen aber einiges vom Schiedsrichter ab und eine Bestätigung neutraler Personen über eine gute Spielleitung erfreut umso mehr.
Was ist speziell im Beachsoccer im Vergleich zum Rasenfussball?
Insbesondere nach schwierigen Spielen zeigt sich oft die schöne Seite des noch jungen Sports Beachsoccer: Selbst wenn man mit einem Entscheid des Spielleiters nicht einverstanden ist, kann man (meistens) in einer noch ruhigen Atmosphäre neben dem Platz über das Spiel oder eine Szene diskutieren und der Respekt gegenüber der anderen Person bleibt gewahrt. Es ist mir persönlich sehr wichtig, dass man neben dem Platz mit jedem Spieler, der anständig über umstrittene Szenen diskutieren will, sprechen kann, solange dies auf einer respektvollen Basis beruht. Im Beachsoccer ist dies bis jetzt – und dies bleibt hoffentlich auch so – meistens der Fall.
Welches ist dein interessantestes Erlebnis als Beachsoccer-Schiedsrichter?
Ein super Erlebnis ist jeweils der Event im Zürcher Hauptbahnhof als Saisonabschluss. Ganz besonders das letzte Jahr wird mir in Erinnerung bleiben, da ich viele Spiele leiten durfte und als dritter Offizieller beim Spiel Schweiz gegen Brasilien direkt am Geschehen beteiligt sein konnte. Auf den diesjährigen Anlass freue ich mich jetzt schon wieder. Ganz speziell sind auch die zweitägigen Turniere in Lenk oder Leukerbad, wo immer eine sehr gute Stimmung herrscht. Ich hoffe auch dieses Jahr wieder dabei sein zu können.
Was sind deine Ziele?
Mein Ziel ist es, als Schiedsrichter weiterhin bei zahlreichen „einfachen“ Spielen dabei sein zu können und andererseits auch umkämpfte, schwierige Spiele leiten zu dürfen. Ich freue mich auf eine spannende nationale Beachsoccer-Saison in der Schweiz, nehme aber auch mit Freude und voller Erwartung die internationalen Spiele in Angriff mit dem Ziel, neue Erfahrungen zu sammeln und mich laufend verbessern zu können.
Was erwartest du von den internationalen Einsätzen?
Natürlich wird in internationalen Einsätzen noch mehr von einem Schiedsrichter abverlangt, insbesondere aufgrund des Einsatzes von Fernsehbildern, mit welchen noch mehr Druck ausgeübt wird. Ich freue mich vor allem darauf, neue Orte kennen zu lernen und neue Länder besuchen zu dürfen. Was mich genau erwartet, weiss ich noch nicht. Auf alle Fälle schaue ich der neuen Herausforderung mit Spannung entgegen.